PET Recycling
Urlaub in Argentinien – Projektbesichtigung PET-Flaschen-Recycling
Der Hauptgrund meines Urlaubes war, dass ich Rolf Munz, einer der Vulkarogründer, besuchte. Rolf ist nun pensioniert, ist mit einer Argentinierin verheiratet, wohnt in Buenos Aires und richtet sich ein gemütliches Zuhause in der Millionenstadt ein, damit es ihnen als Oase in dieser hektischen Metropole dient.
Ein paar Tage nach meiner Ankunft in Buenos Aires, düsten Rolf und ich nach Norden in die Provinz Misiones, um die Iguazu-Wasserfälle zu bestaunen - die zu unserem Glück - Hochwasser führten! Imposant! Auf der Busfahrt vom Ort in den Nationalpark sahen wir plötzlich ein Schild…

…wir also nix wie hin, denn Recyclingthemen interessieren uns. Wir wurden freundlich empfangen und der Gastgeber zeigte und erklärte uns begeistert das aus über 2000 PET-Flaschen gebaute Haus. Konzipiert wurde der Bau von einer Familie von Kunsthandwerkern, die in Puerto Iguazu wohnen.
Das Prinzip ist einfach: Die Plastikbehälter bleiben leer (Luft als Isolation) oder werden mit Erde oder Bauschutt gefüllt und werden aufeinander geschichtet und – je nach örtlichen Gegebenheiten – mit Lehm oder Mörtel vermauert. So ergibt dies eine stabile Bleibe, die bisherigen Erfahrungen zufolge, sogar stärkere Erdbeben oder Hochwasser übersteht. Das Dach wurde mit Tetra-Packungen verkleidet, damit es wasserdicht ist. Auch viele andere, aus PET-Flaschen, Teilen davon, Deckeli oder anderem Recyclingmaterial (Büchsen, Plastikverpackungsbänder etc.) angefertigte Objekte waren ausgestellt: Eingangstreppe, Blumenbeetumrandung, Sonnen-schirm, Bett, Handtaschen, Kinderspielzeuge, Fliegenvorhang, Zahnstocherspender u.a.m.
Weggeworfene Plastikflaschen sind allgegenwärtig. Da z.B. Touristen aus Angst vor Krankheits-erregern massenhaft Getränke in PET-Flaschen konsumieren, werden die Plastikflaschenberge immer grösser. Auf die zunehmende Vermüllung gibt der Unternehmer und gelernte deutsche Zimmermann Andreas Froese eine zukunftsweisende Antwort: Er nutzt die leeren Flaschen, um damit in Entwicklungsländern billige Häuser zu bauen. 2001 gründete Froese in Honduras die Firma ECO-TEC.
Mittlerweile, so scheint es, findet seine Idee, Plastikflaschen intelligent zu recyceln, immer mehr Nachahmer. Es existiert z.B. ein Katamaran „Plastiki", der aus 12.500 Plastikflaschen besteht und auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam machen will.
Wenn wir nicht an unserem Müll ersticken wollen, tun wir gut daran, solche Ideen nicht als Spinnereien abzutun.
In diesem Sinne: Saludos, Cathrina + Rolf
Weiterführende Links:
sites.google.com/site/lacasadebotellas2/ecologichouseofplasticbottles
www.eco-tecnologia.com/portal/intro.php
www.theplastiki.com/whatisplastiki/
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